1. Ignaz-Glaser-Symposion "Unterschiedliche Herkunft - Gemeinsame Zukunft"
Braunau, Bürmoos, Freilassing, Hallein, Mauthausen, Telfs, Traunreut, Waldkraiburg
Gemeindezentrum Bürmoos 21.- 23. April 2006

Auf der Suche nach den "Anderen"

Eberle eröffnete 1. Ignaz-Glaser-Symposion über Integration und Zuwanderung in Bürmoos

Salzburger Landeskorrespondenz, 21.04.2006

Landeswappen Salzburg

(LK) Das Symposion über Integration und Zuwanderung verstehe Integration nicht als Worthülse, sondern nehme Integration als Aufgabe an. Das betonte Landesrätin Doraja Eberle heute, Freitag, 21. April, Abend bei der Eröffnung des Symposions "Wer sind die 'Anderen'?". Das 1. Ignaz-Glaser-Symposion findet von heute bis Sonntag, 23. April, im Bürmooser Gemeindezentrum statt und wird vom Salzburger Bildungswerk Bürmoos unter dem Motto "Unterschiedliche Herkunft – Gemeinsame Zukunft" veranstaltet.

Im Mittelpunkt des Symposions stehen die Gemeinden Braunau am Inn, Bürmoos, Freilassing, Hallein, Mauthausen, Telfs, Traunreut und Waldkraiburg. Die Referent/innen werden über Erfahrungen mit Integration und Zuwanderung, über Aktivitäten zu einem gelingenden Miteinander, aber auch über Rückschläge informieren. Der Vormittag des Samstags, 22. April, steht ganz im Zeichen der Gemeinde-Präsentationen. Am Nachmittag besteht für die Teilnehmer/in-nen die Möglichkeit, in vier Workshops über die Akteure der Integration zu diskutieren. Abgeschlossen wird der Samstag mit einer Autorenlesung durch die Banaterin Anneliese Kunesch aus Bürmoos. Am Sonntag, 23. April, steht ab 10.00 Uhr unter dem Motto "Viele Kulturen, Nationen und Sprachen – Eine Gemeinschaft" das gemeinsame Feiern im Mittelpunkt.

Die Teilnahme am Symposion ist kostenlos. Interessierte melden sich unter der Telefonnummer 06274/6314 oder per E-Mail bei d.krainer@sbg.at. Gefördert wird die Veranstaltung von der EuRegio Salzburg – Berchtesgadener Land – Traunstein, vom Land Salzburg, der Österreichischen Gesellschaft für Politische Bildung, von der EU, vom W&H Dentalwerk Bürmoos und von Raiffeisen Salzburg.

Integration sei überall möglich, sagte Landesrätin Eberle bei der Eröffnung, in der Volkskultur, in den Vereinen, in der Gemeinde, in der Schule und im Kindergarten. In den stark wachsenden Gemeinden des Flachgaues seien Gemeindepolitik und Bildungswerke besonders gefordert, etwas für die Integration zu tun. In der am stärksten wachsenden Gemeinde Österreichs, Bürmoos, beschäftige sich das Salzburger Bildungswerk Bürmoos seit langer Zeit erfolgreich mit dem Thema Integration von neuen Gemeindebürgern. Ein Familienleitbild, eine Vereins-Broschüre oder die "1. Bürmooser Vereinsroas" seien nur drei von vielen ausgezeichneten Beispielen intensiven Bemühens, Neuzugezogene für die Angebote und Aktivitäten in der Gemeinde zu begeistern. Bürmoos eigne sich deshalb besonders gut als Austragungsort für eine kritische Betrachtung dieses Themas, so Eberle.

Spracherwerb hat große Bedeutung bei Integration

Hier sei die Sprache das Zauberwort. Internet und Informationsfolder zum Thema Integration nützen nichts, wenn sie nur in deutscher Sprache verfasst sind. "Das bedeutet, dass dem Erlernen der deutschen Sprache eine sehr große Bedeutung zukommt", sagte Eberle. "Deshalb ist es mir ein wichtiges Anliegen, dass im von mir erarbeiteten Entwurf zur Änderung des Kinderbetreuungsgesetzes die Integration von behinderten Kindern einerseits und die interkulturelle Förderung neu geregelt werden."

Die Integration von behinderten Kindern auch für Krabbelstuben und Horte sowie intensivere Betreuung bei der interkulturellen Förderung gelinge durch die Reduktion der Gruppengröße, so Eberle. "Die Verkleinerung der Betreuungsgruppen ist ein weit verbreiteter und lange gehegter Wunsch in der Kinderbetreuung. Sie ist allerdings auch die teuerste Maßnahme des gesamten Pakets. Ich habe ein realistisches Modell entwickelt, das auf zwei Säulen ruht: die Absenkung der Höchstzahl an Kindern von 25 auf 20 in einem Zwei-Stufenplan (2007 und 2009) und die Wahlmöglichkeit zwischen mehr Betreuungspersonal oder geringerer Gruppengröße." Das sei nur eine wichtige Maßnahme, um Integration zu leben, betonte Eberle.

Ehrenamtliche sind "Motor" in den Gemeinden

Veranstaltungen wie das 1. Ignaz-Glaser-Symposion in Bürmoos seien nur möglich, weil sich immer wieder Menschen finden, die ehrenamtlich tätig seien, so Eberle. Diese seien "der Motor in den Gemeinden". In mehr als 100 Salzburger Gemeinden finden mehr als 1.000 Veranstaltungen mit rund 100.000 Teilnehmer/innen pro Jahr statt, berichtete Eberle als Präsidentin des Salzburger Bildungswerkes.




© 2006 Andreas Maislinger
 
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