Sie stellen Fragen, die wir nicht beantworten können. Sie zappeln herum,
müssen ständig irgendetwas tun. Wenn sie keine Beschäftigung finden, muß die
Umgebung als Unterhaltung herhalten - ob sie will oder nicht. Hochbegabte
Kinder sind schwierig - aber sie sind die Mühe, die sie
verursachen, wert. Für das Finale der Fußball-WM heute abend
interessiert er sich nicht - Leichtathletik hat er viel lieber. Das
ist ungewöhnlich an sich - Marian hat aber noch mehr zu bieten. "Ich
heiße Marian - das ist ein ausgefallener Name. Was wollen Sie mich denn
fragen? Darf ich Du sagen? Kennst Du das 109. Element des Periodensystems?"
überfällt mich der Bub aus Wien-Liesing. Mit Chemie und dem
Periodensystem war ich schon immer auf Kriegsfuß. Außerdem - warum stellt er
die Fragen, nicht nicht? Der Sechsjährige bohrt nach: &quo" " Es heißt
Meitnerium, nach der österreischen Physikerin. Weißt Du, wie man
das abkürzt?">Mit Chemie und dem
Periodensystem war ich schon immer auf Kriegsfuß. Außerdem - warum stellt er
die Fragen, nicht nicht? Der Sechsjährige bohrt nach: "Es heißt
Meitnerium, nach der österreischen Physikerin. Weißt Du, wie man
das abkürzt?" Das weiß ich nicht, trotzdem antworte ich eiskalt: &quo" " Mit
Mt." Glück gehabt, richtig geraten. Doch noch ist es nicht überstanden:
"Ein instabiles Element, es beginnt in einer Milliardstel Sekunde zu
zerfallen. Weißt Du, wie man Milliardstel sagt?" Ein Nano, das kenne ich
gerade noch. Aber beim Jocto steige ich aus - ein Trillionstel!>Das weiß ich nicht, trotzdem antworte ich eiskalt: "Mit
Mt." Glück gehabt, richtig geraten. Doch noch ist es nicht überstanden:
"Ein instabiles Element, es beginnt in einer Milliardstel Sekunde zu
zerfallen. Weißt Du, wie man Milliardstel sagt?" Ein Nano, das kenne ich
gerade noch. Aber beim Jocto steige ich aus - ein Trillionstel! Doch
dann schlägt meine Stunde: &quo" " Wieviele Nullen hat denn so ein Trillion,
Marian?" als Antwort kommt zuerst "Fünfzehn", dann ein Zögern, schließlich
ein "Nein, doch achtzehn".>Doch
dann schlägt meine Stunde: "Wieviele Nullen hat denn so ein Trillion,
Marian?" als Antwort kommt zuerst "Fünfzehn", dann ein Zögern, schließlich
ein "Nein, doch achtzehn". Das beruhigt - selbst ein Genie muß manchmal
überlegen. Und Marian überlegt ziemlich viel, selbst wenn er spielt. Er
entwirft Bahnhöfe und konstruiert sie aus Lego-Bausteinen - er interessiert
sich für den öffentlichen Verkehr. Oder er programmiert am Computer in Visual
Basic. Ein Virus-Warn-Programm, jetzt schon in der fünften Version. Am
liebsten verfolgt er aber Wissenschaftssendungen über Atomphysik und
Chemie. "Mit Chemie beschäftige ich mich, seit ich drei Jahre bin. Ich
habe mir ein Chemiebuch genommen und es gelesen. Das konnte ich ja schon -
ich hab´ früher Wörter vom Fernseher in den Computer eingetippt. Atomphysik
mag´ ich erst seit letztem Jahr. Wie kommen die Eltern mit ihrem
Sprößling zurecht? Andreas (36) und Irene (34) Kogler nehmen es gelassen:
&quo" " Marian ist unser erstes Kind, deshalb konnten wir nicht vergleichen, was
normal ist. Mit zweieinhalb hat er die Anleitung aus einem
Kochbuch vorgelesen. Da wurde uns bewußt: Er ist besonders. Wir
hatten Angst, daß ihm das Probleme schaffen würde. Über den Verein
für hochbegabte Kinder sind wir auf>Wie kommen die Eltern mit ihrem
Sprößling zurecht? Andreas (36) und Irene (34) Kogler nehmen es gelassen:
"" Marian ist unser erstes Kind, deshalb konnten wir nicht vergleichen, was
normal ist. Mit zweieinhalb hat er die Anleitung aus einem
Kochbuch vorgelesen. Da wurde uns bewußt: Er ist besonders. Wir
hatten Angst, daß ihm das Probleme schaffen würde. Über den Verein
für hochbegabte Kinder sind wir auf ein>Wie kommen die Eltern mit ihrem
Sprößling zurecht? Andreas (36) und Irene (34) Kogler nehmen es gelassen:
"Marian ist unser erstes Kind, deshalb konnten wir nicht vergleichen, was
normal ist. Mit zweieinhalb hat er die Anleitung aus einem
Kochbuch vorgelesen. Da wurde uns bewußt: Er ist besonders. Wir
hatten Angst, daß ihm das Probleme schaffen würde. Über den Verein
für hochbegabte Kinder sind wir auf ein Profjekt in der
Volksschule Pfeilgasse (Wien-Josefstadt) gestoßen. Dort wurde Marian
ein Jahr früher eingeschult, in eine normale erste Klasse integriert. Mit
Spezialbehandlung..." Denn am Anfang gab es Probleme - Marian war
auffällig, wollte nichts lernen. Die Lehrerin reagierte. &quo" " Die beiden
schlossen einen Vertrag: Marian erledigt spezielle Rechen- und
Schreibaufgaben in seiner Klasse. Dafür darf er eine gewisse Zeit in einer
vierten Klasse verbringen, und sogar einmal pro Woche in eine
Hauptschule. Ab Herbst kommt wahrscheinlich auch ein Tag im Gymnasium
dazu. Das funktioniert sehr gut.">Denn am Anfang gab es Probleme - Marian war
auffällig, wollte nichts lernen. Die Lehrerin reagierte. "Die beiden
schlossen einen Vertrag: Marian erledigt spezielle Rechen- und
Schreibaufgaben in seiner Klasse. Dafür darf er eine gewisse Zeit in einer
vierten Klasse verbringen, und sogar einmal pro Woche in eine
Hauptschule. Ab Herbst kommt wahrscheinlich auch ein Tag im Gymnasium
dazu. Das funktioniert sehr gut." Mit Freundschaften gibt es da kein
Problem. &quo" " Ich hab´ in meiner echten Klasse genausoviele Freunde wie in meinen
anderen Klassen. Nur eine Freundin werde ich jetzt verlieren. Die zieht
nämlich aus Wien weg," klärt mich Marian auf.>Mit Freundschaften gibt es da kein
Problem. "Ich hab´ in meiner echten Klasse genausoviele Freunde wie in meinen
anderen Klassen. Nur eine Freundin werde ich jetzt verlieren. Die zieht
nämlich aus Wien weg," klärt mich Marian auf. Pläne für die Zukunft
hat er keine: &quo" " Das dauert noch. Ich möchte wie ein ganz normales Kind
behandelt werden. Ich bin es ja auch - ich weiß nur mehr!">Pläne für die Zukunft
hat er keine: "Das dauert noch. Ich möchte wie ein ganz normales Kind
behandelt werden. Ich bin es ja auch - ich weiß nur mehr!" HARALD
PÖLTNER |