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Hochbegabte wollen ganz normale Kinder
sein - die Schule ist gefordert
Oberösterreichs Schulen
verteilen 200.000 Info-Blätter für Hochbegabung. Denn
jedes Kind habe ein Recht, den Begabungen entsprechend gefördert
zu werden.
"Nun geht Andreas also in
die Schule", schreibt die Mutter eines hoch begabten Kindes.
Es schwingt Erschöpfung mit. Denn das Kind macht Probleme
in der Schule. Oder ist es umgekehrt?
In Religion sollte Andreas Bilder
ausmalen. Das entsprach ihm nicht; er will ja kreativ sein, gestalten.
So gab´s für ihn keine Belohnungen, keine Abziehbilder,
wie sie andere erhalten.
Markus dagegen hat eine Lehrerin,
die sich sehr viel einfallen lässt, um dem Kind, das in
manchem den anderen weit voraus ist, zu entsprechen. Sie beschäftigt
ihn teilweise mit Sonderaufgaben, setzt ihn und seine Fähigkeiten
für die Klasse ein. Sie hat hineinwachsen müssen, ließ
sich aber darauf ein.
In Oberösterreich gibt es
einen eigenen Fortbildungs-Lehrgang für Pädagogen,
der auf die Bedürfnisse hochbegabter Kinder abzielt. Er
wird gut angenommen, sagt der Präsident des oö. Landesschulrates,
Dr. Johannes Riedl. "Die Schule ist verpflichtet, der Einmaligkeit
und Einzigartigkeit jedes Kindes gerecht zu werden."
Wenn Begabung bedrückt
Hochbegabte, so möchte man
meinen, haben es leicht. Sie können es aber auch schwer
haben. Sind sie etwa dauernd unterfordert, können sie durch
Verhaltensauffälligkeiten auf sich aufmerksam machen wollen.
Sie laufen Gefahr, Außenseiter zu werden.
Der zehnjährige Peter etwa
schreibt Gedichte und Witze und arbeitet an einem Kriminalroman.
Mit philosophischen Fragen will er Dingen auf den Grund gehen,
das kann nerven. Gleichaltrige hänslen ihn. Er reagiert
darauf, flippt aus, wird jähzornig.
Angebote
Der Innsbrucker Andreas
Maislinger hat einen "Verein für hochbegabte Kinder"
gegründet, der in allen Bundesländern aktiv ist. Wichtigstes
Ziel ist, Eltern betroffener Kinder zusammen- zubringen. In Oberösterreich
gibt es seit zehn Jahren den Verein "Stiftung Talente".
Er veranstaltet u.a. eine Sommer-Akademie, heuer erstmals auch
für Schüler/innen der dritten Klasse Volksschule. Präsident
Riedl macht sich für den integrativen Weg stark. Die hoch
begabten Schüler/innen bleiben im angestammten Klassenverband.
Förderangebote gibt es ergänzend. Er verwendet ein
Bild dafür, was Schule sein soll: Ein Lernbuffet, an dem
sich jede/r nach seinen/ihren Begabungen bedienen kann. Also
keine Spezialschulen (macht nur in großen Städten
Sinn), sondern Förderung in der Regelschule. Die Hochbegabten
bleiben im sozialen Verband - was dem Leben nach der Schule entspricht.
Ernst Gansinger
ADRESSEN
- Schulpsychologisches Netzwerk
für Hochbegabte, Landesschulrat für OÖ, Sonnensteinstraße
20, 4040 Linz, Tel 0732-7071-2331 (Beratung, Diagnose)
- Verein "Stiftung Talente",
Landesschulrat für OÖ, Sonnensteinstraße 20,
4040 Linz, Internet: http://www.lsr-ooe.gv.at/talente
- Verein für hochbegabte
Kinder, Andreas Maislinger,
Innsbruck, Tel 0512-29 10 87 oder 0664-100 83 61, Internet: http://www.giftedchildren.net
HOCH BEGABT?
Das Kind ist kreativ und hat
Freude an intellektueller Auseinandersetzung ... sein Perfektionsstreben
lässt es mitunter dickköpfig erscheinen... es kann
sehr rasch Wissen verarbeiten... den großen Wortschatz
wendet es brillant an, manche empfinden es als vorlaut... seine
Selbständigkeit und sein geistiger Vorsprung kann es zum
Einzelgänger machen... es hat ausgesprägten Gereichtigkeitssinn,
dass lässt es dünnhäutig erscheinen...
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