| Dominique
und Benjamin Tutsch |
Einfach
beginnen. Und das gerade jetzt, wo die Kinder das erste Mal so
lange verreist sind.
Dominique. Benjamin.
Ja, mit Dominique hat alles begonnen. Na eigentlich mit mir,
aber das ist eine andere Geschichte und deshalb beginnen wir
mit Dominique. Drei Wochen zu früh geboren, ich war zwanzig,
seit zwei Jahren verheiratet und ganz allein.
Wir waren dabei, zu Übersiedeln, ich kam mit dem Kindlein
in eine Wohnung voll Kisten, Hunden und Katzenklos.
Wußte nichts über Babys so wie niemand etwas über
Babys weiß, der noch nie für eines gesorgt hat. Hatte
viel gehört, wie man sie erziehen muß. Und dann war
da nur ein Gefühl: Sie einfach lieb zu haben. Geschlafen
hat sie nie viel. Vielleicht drei Stunden in einer Nacht. Aber
nicht am Stück. In halbstündigen Intervallen hat sie
mich aufgeweckt. Geschrien? Aber nein, jede Bewegung von ihr
war eine Bewegung von mir. Und jedesmal wenn sie mich aufgeweckt
hat, habe ich mich gefreut, sie wiederzusehen.
Mein Leben hat mir meinen Kindern auf eine sehr eigene Art noch
einmal begonnen.
Fast zwei Jahre gestillt, herumgetragen wie eine Affenmutter,
und mit einem Jahr schon die ersten Bücher. Jeder Tag mit
dem Kind ist die helle Freude.
Spielplatz, Bauernhof, zu Hause ein Zoo, Spielsachen, die "mitwachsen".
Und dann kam Ben, ich habe geglaubt, ich schaffe es nicht, aber
ich hab es geschafft.
Dominique war zwei Jahre und drei Monate, als ihr Bruder geboren
wurde. Ihre ersten Worte dazu waren: Ist der Benjamin aber niedlich!
Mit drei Jahren konnte sie zwanzig Seiten lange Bücher Wort
für Wort auswendig und fing an zu rechnen, indem sie Kastanien
auflegte, addierte und subtrahierte.
Es hörte ihr nie jemand zu außer mir. Wir waren ganz
alleine. Deshalb hat sie auch nur mit mir gesprochen. Andere
hörten ihr nie richtig zu, fragten vielleicht irgendwas
und warteten nicht einmal ihre Antwort ab, die sie sich erst
überlegen mußte.
Angst hat sie schon früh gehabt, alles war lebendig. ("Mutti,
da hängt ein Mann am Kasten!" zu einem Overall), deshalb
wollte sie auch über alles sprechen. Erfand lange Geschichten
mit perfektem Handlungsaufbau und es zog sie immer mehr zu den
"grauslichen" Büchern.
Zu ihrem Bruder war sie immer liebevoll. Das hinderte ihn nicht
daran, seine Kräfte an ihr zu erproben, was wiederum sie
nicht davon abhielt, ihn in die Schule zu nehmen. Begeistert
kam sie angelaufen, wenn Ben wieder etwas Neues gelernt hatte.
Besonders stark ausgeprägt war immer ihr Gerechtigkeitssinn.
In einer Kindergruppe konnte sie Gewalt nicht akzeptieren, obwohl
es sie selbst nicht betraf. Deshalb habe ich sie auch erst so
spät in den Kindergarten gegeben. Sie mußte sich von
manchen Erlebnissen einfach tagelang erholen und war so oft in
ihr Spiel vertieft, daß ich sie ständig hätte
stören müssen, hätte ich sie regelmäßig
irgendwohin gebracht.
So wuchs sie und ich ließ sie wachsen. Ließ sie einfach
sein und freute mich daran. Bewunderte sie, fotografierte die
Kinder ständig, schrieb Tagebücher, fühlte mich
reich wie ein Scheich.
Unmengen von Büchern. Als die Kinder drei und fünf
waren, waren es ca. 300 Stück. An vielen Regentagen gingen
wir ins Buchgeschäft oder die Bibliothek. Dann war von den
Kindern nichts zu hören und zu Hause schwelgten wir in neuen
Abenteuern. Drei Geschichten vorlesen vor dem Einschlafen, und
drei erzählen. Mittags und abends. Manchmal bin ich dabei
eingeschlafen und habe unverständliches Zeug geredet.
Zehn Jahre ist es jetzt fast her, Dominique war fünf und
Ben drei Jahre alt, als ich mich von ihrem Vater getrennt habe.
Sogar die Kindergartenleiterin hat zu mir gesagt, wenn das nur
überall so gut ginge, wie bei dir!
Das "Scheidungstrauma" meiner Kinder? Dazu erzähle
ich gerne eine kleine Anekdote. Michael und ich lebten seit einem
Jahr voneinander getrennt, da fragte Dominique nach einem Besuch
ihres Vaters: Wo geht der Vati jetzt hin? Nach Hause, sage ich.
Ach, erwidert sie, der wohnt nicht mehr bei uns?
Die Kindergartentante überlegt, ob sie ein so kleines Kind
wie Ben überhaupt nehmen kann. Aber nur einen Tag lang.
Denn Ben wird sofort der strahlende Mittelpunkt, unterhält
sein dankbares Publikum und macht überall mit, während
Dominique still auf mich wartet. Sie hat selbst gelernt, die
Uhr zu lesen. So kann sie die Minuten zählen, bis ich wieder
komme. Wenn Ben nicht wäre, würde sie gar nicht im
Kindergarten bleiben.
Für mich beginnt eine Zeit des Rasen. Anfangs sind die Kinder
nur wenige Stunden dort, ich gewöhne sie sehr sanft an das
neue Leben.
Später ist es manchmal über Mittag und ich muß
trachten, immer pünktlich zu sein, sonst ist Dominique in
Tränen aufgelöst und sicher, daß ich gestorben
bin. Ich habe oft Alpträume.
Ben hat immer den Vorteil gehabt, daß schon ein Kind da
war, ich mich auch besser auskannte, aber den Nachteil, daß
ich nie soviel Zeit für ihn hatte, wir für Dominique
als sie noch so klein gewesen ist.
Er war schon als Winzling ein auffallendes Bewegungstalent. Als
er erst zehn Monate alt war, spielten die Kinder schon fangen,
er fuhr extrem früh und sehr geschickt Rad und ging immer
an seine Grenzen. Im Lauf der Zeit habe ich ihm drei Mal das
Leben gerettet.
Bewundernswert, wie er auf Tiere einging. Er war keine zwei Jahre
als, als wir bei Bekannten zu Besuch waren, die ein Meerschweinchen
hatten, das auf Kinder bissig reagierte. Ben beobachtete das
Tier so lang, bis er es verstand, streichelte es und es betrug
sich manierlich. Ganz im Gegensatz zu seiner Schwester ging er
immer auf andere Leute extrem offen zu. Kaum, daß ich mich
umdrehte, saß er schon bei einem Opi am Schoß. Seine
Showtalente waren früh offensichtlich. Während seine
Schwester über das Unrecht in der Welt nachgrübelte,
und anfing, mit Unbekannten zu rechnen, lernte Ben ein paar Rechnungen
auswendig, mit denen er sich dann gekonnt in Szene setzte.
Im Kindergarten war Dominique "die Schwester von Ben".
Mütter bedankten sich bei mir, weil Ben mit ihren Kindern
spielte.
A propos Spielen. Wie viele Leute haben mir gesagt, mit dieser
gewaltfreien Erziehung würde ich nicht weit kommen, so ist
das Leben nicht.
Tatsächlich begegneten den Kindern im Kindergarten auch
Rangen. Wenn es brutal wurde, ging Dominique ganz einfach und
sagte, ich spiele nicht mit dir.
Da kamen sie dann doch angewuselt, und hielten sich an ihre Regeln,
denn so schön spielte niemand. Spielen für meine Kinder:
Bärchenfiguren, die ein riesiges, hölzernes Puppenhaus
bewohnten, verschiedene Kleidungsstücke besaßen und
andere Utensilien. Die hatten Namen und Geschichten und kamen
mit auf Urlaub. Dominique hat nie mit Puppen gespielt.
Dann gabs noch Playmobil, Lego, Stofftiere, Autos und irgendwann
die häßlichen aber so geliebten Ponys mit rosa Mähne.
Einmal hat ein Bekannter Dominique eine Barbiepuppe geschenkt.
Sie bedankte sich zwar höflich, war aber völlig indigniert
und konnte sich von dem Affront tagelang nicht erholen.
Beide Kinder waren immer wild und ungebärdig. Heute noch
lachen wir darüber, daß Dominique im "Sacher"
ihren Schuh auf den Tisch legte und Ben beim Konzert eines Freundes
durch spontanes Umlegen eines Schalters den ganzen Orchesterraum
in Dunkel hüllte.
Mit fünf Jahren ging Dominique in die "musikalische
Früherziehung". Das machte ihr riesigen Spaß,
da wollte sie keine Stunde versäumen und sie hielt ihre
Sachen penibel in Ordnung.
Einmal die Woche waren wir im Mutter-Kind-Turnen, ein schönes
Zusammentreffen mit anderen Kindern.
Als ich mir den Kopf darüber zerbrach, ob ich Dominique
als Dispens-Kind schon um ihren sechsten Geburtstag herum oder
erst ein Jahr später in die Schule schicken sollte, zog
ich fachkundigen Rat ein. Ich ließ sie am Institut für
Entwicklungspsychologie von Dr. Hans Ambros, mit dem ich mich
später sehr gut anfreundete, testen, und traf überall
auf die einhellige Meinung, zuzuwarten. Ja, sie konnte Lesen,
Rechnen, Schreiben, aber sie war erst ein Jahr im Kindergarten
gewesen.
Ich traf die richtige Entscheidung und überließ sie
ein weiteres Jahr ihren Spielen.
Die Volkschulzeit kann ich hier überspringen.
Ich war nie auf einem Sprechtag, die Lehrerinnen sagten mir,
was soll ich ihnen mehr sagen, als daß wir froh sind, daß
wir sie haben? Und entschuldigten sich ab und zu dafür,
daß ihnen kein Mittel zur Verfügung stände, sie
entsprechen zu fördern.
Ich bewunderte Dominique, mit welcher Geduld sie Aufgaben ausführte.
Sie rechnete bei Schuleintritt mit Zahlen bis hundert im Kopf,
in allen Grundrechnungsarten.
Sie hatte während vier Jahren nichts anderes als "sehr
gut".
Aber traurig sind wir schon gemeinsam gewesen, nach jeder Zeugnisverteilung.
Denn wie die anderen Kinder, gerade die, die im Leben schon so
schlecht dran sind, mit den Noten gedemütigt wurden, war
schwer für uns beide zu verkraften.
Ben kam an die selbe Schule, nämlich die nächstliegende,
eine Ganztagsschule. Bei Dominique, der Nachdenklichen, war ich
immer auf Schwierigkeiten gefasst. Nicht aber bei Ben. Doch er
bekam sie. Seine Lehrerin war von solcher präziser Ignoranz,
daß ich das Kind in einer Nacht-und-Nebel-Aktion aus der
Schule nahm.
Mehrmals war Ben nach Hause gekommen, und hatte gesagt, daß
er wohl dumm sei. Ich kam dahinter, woran es lag. Seiner Lehrerin
gelang es, ihn nie und für nichts zu loben.
Als er dann auch noch krank wurde, versprach ich ihm, daß
er dieses Schulhaus nie wieder betreten müsse.
Obwohl ich zu diesem Zeitpunkt schon im Verein für Gewaltlose
Erziehung arbeitet und als Vorstandsmitglied der Österreichischen
Bildungsallianz blendende Kontakte im Schulwesen hatte, begann
eine Irrfahrt, an der Odysseus verzweifelt wäre.
Ich wandte mich an andere öffentliche Schulen im Bezirk
und es war, als ob das Kind ein Kainsmal trüge. Direktoren
und Direktorinnen rümpften die Nasen (ich hatte längst
ein Testergebnis in der Tasche, das Bens Hochbegabung bescheinigte)
und meinten, daß er sich an ihrer Schule aber schon benehmen
müsse. Er hatte niemals ein disziplinäres Problem gehabt.
Ich resignierte.
Da ich zu diesem Zeitpunkt gerade eine Alternativschule in den
Räumlichkeiten des Kinderschutzbundes beherbergte, und die
Kinder entzückend fand, wählte ich die Möglichkeit,
Ben dieser Schule anzuvertrauen. Das war aber nur mit miesen
Tricks möglich, weil es nicht erlaubt ist, ein Kind während
des Schuljahres zum häuslichen Unterricht abzumelden. Die
Sachbearbeiterin im Stadtschulrat sagte mir heiter: Geben sie
ihn doch bis Ende des Schuljahres in irgendeine andere Schule!
Ich sagte, ich rede von einem Kind, nicht von einem Koffer! Nehmen
sie bitte zur Kenntnis, daß mein Kind bis zum Ende des
Schuljahres krank ist!
Es bekam dann doch noch alles seine Form, weil die lieben Leute
im WUK die Anmeldung entgegennahmen, das Kind aber in die andere
Schule ging.
Doch auch die Alternativschule war für Ben nicht der Platz
um zu bleiben. Es waren zu wenige Kinder dabei, die ältesten
zwar schon zehn Jahre alt, aber es gab nichts, was Ben dort nicht
am besten wußte.
Also machte ich mich wieder auf den Weg. Und fand endlich, endlich,
ein offenes Herz. Aber auch nur unter Zuhilfenahme eines Tricks.
Nur weil ich in der Nähe arbeitete, durfte ich den Bezirk
der Schule wechseln.
Ben kam in eine öffentliche Volksschule im zweiten Bezirk.
Seine neue Lehrerin Mathilde sah die Chance und die nächsten
zwei Jahre hörte ich dann auch hier: Danke, daß du
Ben zu uns gebracht hast! Nicht, daß es möglich gewesen
wäre, wirklich speziell auf seine vielfältigen Begabungen
einzugehen, aber er durfte ein Integrationskind betreuen. Nichts
hat ihn so glücklich gemacht! Wie oft hat er mir von den
Fortschritten des geistig Eingeschränkten erzählt,
wie groß war der Trennungsschmerz zum Ende der Volkschulzeit!
Damit es nicht ganz fad wird, haben die Kinder immer viel Sport
betrieben. Ben hat mit fünf Jahren angefangen, bei der Vienna
Fußball zu spielen, Dominique machte Karriere in Jiu-Jitsu.
Mit elf Jahren war sie Österreichische Meisterin, hatte
keine Trainingspartnerinnen mehr, überwarf sich mit dem
Trainer und hörte auf. Zur gleichen Zeit trainierte sie
schon Leichtathletik, das tut sie heute noch.
Ben ist inzwischen Schwimmer geworden, zu groß war die
intellektuelle Kluft zwischen den Kameraden im Fußballklub.
Doch halt, das ist schon ein Vorgriff.
Dominique kommt ins Gymnasium. Schulschiff, weil es gut läuft.
Aufbruchstimmung, gute Leute. Im Lauf des ersten Schuljahres
muß ich doch ganz sanft ein paar Gespräche führen.
Nein, Dominique wirkt nicht deshalb unkonzentriert, weil sie
das nicht versteht, sondern weil sie es längst versteht.
Ganz langsam verstehen die LehrerInnen.
In der zweiten Klasse tun sie sich zusammen und irgendwann drückt
Dominiques Klassenlehrerin ihr einen kleinen Zettel in die Hand:
Möchtest du die Klasse überspringen?
Lange Gespräche mit mir, wie immer. Ich sage, Kind, deine
Entscheidung, du mußt damit leben. Schau dir die Klasse
an, in die du gehen sollst. Das tut sie und sie entscheidet sich.
Richtig. Aufruhr am Schiff. Die Kinder mit den ganz lauter Einsern
verstehen nicht, warum Dominique.
Kein leichter Stand in der neuen Klasse: So sieht also ein Genie
aus.
Dominique macht die Mathe-Schularbeit sofort mir. Sehr gut. Mit
ihren Klassen KollegInnen kommt sie gut aus, sie schwänzt
wie immer viel Schule (ich habe meinen Kindern immer freigestellt
in die Schule zu gehen) ist immer am coolsten gekleidet und sieht
sowieso mit zwölf aus wie siebzehn.
Doch das war alles, was das Schulschiff zu bieten hatte. Anschließend
demütigt man sie mit "schlechten" Noten (Ich gebe
dir jetzt lieber die schlechtere Note, nächstes Jahr hast
du alle Chancen) und Dominique reichts. Nach der vierten Klasse
verläßt sie das Schulschiff, leicht enerviert. Liebevoll
hat sie sich in ihrem letzten Schuljahr um ein Mädchen angenommen,
daß ins Heim gezogen ist, ein entsetzliches Schicksal hat,
die beiden sind bis heute befreundet. Die Schule zeichnet sich
auch im Umgang mit dieser Grenzsituation (das Mädchen bricht
mehrmals während des Unterrichts zusammen) nicht aus. Wenigstens
ist Dominique da.
Dominique sucht eine neue Schule. Mit dem Schulführer in
der Hand. Drei kommen in die engere Auswahl, sie sieht sich alle
an und meldet sich dann in der Rosensteingasse an. Heute weiß
sie: die schwierigste Schule der Stadt.
Im letzten Jahr hat sie endlich was Neues gelernt. Nur manchmal
verzweifelt sie leicht, wenn sie versucht, die Chemie in mich
hineinzustopfen. Mutti, das mußt du doch verstehen.
Ben geht auch aufs Schulschiff. Er hat immer ein Rudel Kinder
um sich, wohl so eine Art Fanclub. Wenn die Kinder nicht da sind,
geht dauernd das Telefon für sie.
Ich freue mich über die vielen Kinder, die bei uns sind.
Ich liebe sie alle. Jetzt, wo meine Kinder verreist sind, rufen
sie mich an, schicken ein Mail, oder kommen kurz vorbei. Von
Kindern kann man so viel lernen.
Bens Klassenlehrerin hat mich einmal zu einem ernsten Gespräch
gebeten. Ben stört. Er findet, er unterhält die Klasse.
Die Klassenlehrerin sagt, in welchen Fächern er besonders
stört und was er machen muß, um keine schlechte Betragensnote
zu bekommen und überhaupt.
Ich bebe, aber bewahre Haltung. Das Letzte, was ich mir anhöre,
ist, dass jemand Befindlichkeitsstörungen meiner Kinder
diagnostiziert, wo es nichts gibt, als blühende Wiesen.
Ich höre ihr geduldig zu und frage sie, was sie bereit ist,
für ihn zu tun. Sage ihr, daß sämtliche von ihr
erwähnte Fächer die sind, in denen er besonders begabt
ist, und ob man ihm nicht einfach doppelt so viel zu tun geben
könnte, damit er sich nicht so langweilt?
Es gibt nicht mehr viele Lehrerinnen, die sich nach einem Gespräch
mit mir sehnen.
Uns geht's gut. Wir machen, was wir wollen. Jeden Tag etwas Neues.
Ich habe meinen Kindern nie etwas verboten. Wir sagen einander,
wann wir nach Hause kommen, damit sich keine/r Sorgen machen
muß. So leben wir.
Wie viel habe ich ausgelassen: Wie wunderschön Dominique
gezeichnet hat, nach wie kurzer Zeit ihre Flötenlehrerin
sagte, ich kann ihr nichts mehr beibringen.
Wie viele Nächte wir diskutiert haben, wie oft ich meinen
Kindern Neuigkeiten aus der Zeitung vorlese, wie früh sie
institutionelle Gewalt erkannt und benannt haben. Hundert Dinge
blieben unerwähnt. Es können nur Umrisse sein, die
ich hier wiedergebe.
Ich wünschte, es könnten sich mehr Kinder so entfalten
wir meine. Ich wünschte, daß mehr Eltern an ihre Kinder
glauben und nicht an Lehrer und Lehrerinnen oder die Nachbarin
oder wasweißich.
Kinder sind die Zukunft der Welt. |
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