Elternberichte


Katharina Stingl, 7/96

Katharina sprach bereits mit 10 Monaten etliche Wörter (Mama, Papa, Oma, Opa, Auto, Baby, Ditti, Ina, Hunger, Badi...), mit 13 Monaten grüßte sie schon unsere Nachbarn, mit 1 1/2 Jahren konnte sie alles sprechen.

Spielend lernte sie viele Gedichte und Lieder. Die Geschichte vom Daumenlutscher aus dem "Struwelpeter" konnte sie auswendig.

Bald fiel auch ihr ausgezeichnetes Gedächtnis, z.B. für Namen, auf. Auch dem Puzzlebauen war sie für ihr Alter weit voraus.

Mit gut 2 Jahren begann ich zum Spaß mit ihr in der "au-Sprache" zu sprechen (anstelle jedes Selbstlautes ein au), die sie auf Anhieb beherrschte.

Motorisch war Katharina stets etwas ungeschickt. Weil sie ständig schnell unterwegs wr, fiel sie oft hin oder über etwas drüber. Als sie 1 3/4 war, kam die Schwester.

Katharinas auffälliges, temperamentvolles und unbeherrschtes Verhalten wurde zunächst als Eifersuchtsreaktion gedeutet. Manche würden es vielleicht als "Hyperaktivität" bezeichnen.

Katharina zu hüten wurde zur nervlichen Belastung. Nichts war/ist vor ihr sicher, alles wurde/wird von ihr angefaßt, Fremden schaut sie in die Tasche, in Gedanken ist sie stets 2 Schritte voraus.

Auffallend ist auch, daß sie so gut wie nicht gehen kann, denn sie läuft immer. Betritt sie einen Raum, hat sie mit einem Blick festgestellt, was anders ist.

Das erste, was sie nach dem Aufstehen zur Hand nimmt, ist ein Buch. Bücher "ersetzen" sogar manchmal eine Mahlzeit. Mit 3 Jahren spricht Katharina perfekt die Schriftsprache, sie artikuliert sehr gut und wendet die Zeitformen und Fälle richtig an.

Liest man ihr ein Buch vor und läßt es ihr anschließend selber erzählen, gibt sie Sätze zum Teil wortwörtlich wieder. Sie kennt alle Farben, hat eine gute Mengenauffassung und ist der reinste "Klettermax" geworden.

Spielsachen und andere Dinge werden meist "zweckentfremdet". Wir fanden es unumgänglich, Katharina schon mit 3 Jahren in den Kindergarten gehen zu lassen. Sie geht mit großer Begeisterung, denn vormittags, wenn ich zu tun habe, ist es ihr in der Wohnung zu langweilig, sie will nämlich ständig wechselnde Beschäftigung.

Der Grund, warum ich mich an jemanden wende, ist, daß ich Katharina richtig fördern und ihr spätere Probleme in der Schule ersparen möchte. Vor allem aber hoffe ich, daß sich ihr auffälliges Verhalten etwas legen wird.

Sylvia Stingl, Wernstein am Inn, 15. Mai 2000


 Aktuell vom 26.7.2000

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