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Katharina sprach bereits mit
10 Monaten etliche Wörter (Mama, Papa, Oma, Opa, Auto, Baby,
Ditti, Ina, Hunger, Badi...), mit 13 Monaten grüßte
sie schon unsere Nachbarn, mit 1 1/2 Jahren konnte sie alles
sprechen.
Spielend lernte sie viele Gedichte
und Lieder. Die Geschichte vom Daumenlutscher aus dem "Struwelpeter"
konnte sie auswendig.
Bald fiel auch ihr ausgezeichnetes
Gedächtnis, z.B. für Namen, auf. Auch dem Puzzlebauen
war sie für ihr Alter weit voraus.
Mit gut 2 Jahren begann ich zum
Spaß mit ihr in der "au-Sprache" zu sprechen
(anstelle jedes Selbstlautes ein au), die sie auf Anhieb beherrschte.
Motorisch war Katharina stets
etwas ungeschickt. Weil sie ständig schnell unterwegs wr,
fiel sie oft hin oder über etwas drüber. Als sie 1
3/4 war, kam die Schwester.
Katharinas auffälliges,
temperamentvolles und unbeherrschtes Verhalten wurde zunächst
als Eifersuchtsreaktion gedeutet. Manche würden es vielleicht
als "Hyperaktivität" bezeichnen.
Katharina zu hüten wurde
zur nervlichen Belastung. Nichts war/ist vor ihr sicher, alles
wurde/wird von ihr angefaßt, Fremden schaut sie in die
Tasche, in Gedanken ist sie stets 2 Schritte voraus.
Auffallend ist auch, daß
sie so gut wie nicht gehen kann, denn sie läuft immer. Betritt
sie einen Raum, hat sie mit einem Blick festgestellt, was anders
ist.
Das erste, was sie nach dem Aufstehen
zur Hand nimmt, ist ein Buch. Bücher "ersetzen"
sogar manchmal eine Mahlzeit. Mit 3 Jahren spricht Katharina
perfekt die Schriftsprache, sie artikuliert sehr gut und wendet
die Zeitformen und Fälle richtig an.
Liest man ihr ein Buch vor und
läßt es ihr anschließend selber erzählen,
gibt sie Sätze zum Teil wortwörtlich wieder. Sie kennt
alle Farben, hat eine gute Mengenauffassung und ist der reinste
"Klettermax" geworden.
Spielsachen und andere Dinge
werden meist "zweckentfremdet". Wir fanden es unumgänglich,
Katharina schon mit 3 Jahren in den Kindergarten gehen zu lassen.
Sie geht mit großer Begeisterung, denn vormittags, wenn
ich zu tun habe, ist es ihr in der Wohnung zu langweilig, sie
will nämlich ständig wechselnde Beschäftigung.
Der Grund, warum ich mich an
jemanden wende, ist, daß ich Katharina richtig fördern
und ihr spätere Probleme in der Schule ersparen möchte.
Vor allem aber hoffe ich, daß sich ihr auffälliges
Verhalten etwas legen wird.
Sylvia Stingl, Wernstein am Inn,
15. Mai 2000
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