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Rebekka Nadine wurde am 15.05.93 geboren.
Sie war ein Baby mit auffallend wachem Blick und schon früh
nahm sie am Geschehen rund um sie rege teil. Nie drückte sie ihre Bedürfnisse
durch lautes Schreien aus. Rebekka war äußerst ruhig und verhielt sich immer
beobachtend und forschend. Nachdem sie 9 volle Monate gestillt wurde, ging sie ohne
Nuckelflasche dazu über aus dem Glas zu trinken. Schon bald konnten wir beobachten, dass sie sich in
Gemeinschaft mit gleichaltrigen Kleinkindern eher zurückzog und das Geschehen
nur aus Entfernung verfolgte. Sie war von Anfang an ein sehr selbständiges
Kind. Rebekka konnte schon
sehr bald sprechen, und verfügte für ihr Alter über einen recht vielfältigen
Wortschatz und viel so auch Fremden auf.(Mit ca. 6 Monaten sagte sie einfache Wörter und mit etwa 1,5 Jahren
konnte sie schon recht gut sprechen.) Ich befasste mich sehr intensiv mit ihr und schon bevor sie
in den Kindergarten kam, hatte sie alle Vorschulbücher durch. Sie langweilte
sich zusehends und wir beschlossen sie im Alter von 5 Jahren in den
Kindergarten zu schicken. Rebekka fühlte sich dort jedoch nicht wohl und wurde sehr
aggressiv. Erst konnten wir uns ihr Benehmen nicht erklären, bis ich bemerkte,
dass sie sich langweilte und lieber bei mir zuhause ihre Bücher durchstöberte. Wir nahmen sie aus dem Kindergarten und ich versuchte nun
wieder ihren Ansprüchen gerecht zu werden. Leider muss ich sagen, dass ich sie
was das schreiben betrifft gedrosselt habe, weil viele sagten es sei nicht gut,
wenn ein Kind schon vor der Einschulung lesen und schreiben kann. Mit sechs Jahren kam Rebekka in die Schule. Zuerst gefiel es ihr recht gut aber nach kurzer Zeit wurde
sie sehr traurig und wollte nicht mehr lernen. Dinge die sie schon konnte
fielen ihr plötzlich nicht mehr ein und sie begann schlampig zu schreiben.
Rebekka klagte über Bauchschmerzen und wollte zuhause bleiben. Dann vertraute sie sich mir an und erzählte, dass sie von
Mitschülern in den Bauch gestoßen wurde. Ihre Klassenkameraden sagten sie lüge
und ist immer gescheiter. Sie machten ihren Radiergummi absichtlich kaputt,
weil sie ihn ja doch nie braucht. Rebekka hatte keine Freude am Spiel mit Gleichaltrigen und
sogar ihre Lehrerin fragte mich eines Tages ob ich ihre Aufgaben mache, weil
sie so ausgesprochen sauber sind. Sie meinte auch, ich solle sie nicht so viele
Fleißaufgaben machen lassen, denn das kann nicht gut sein. Rebekka soll sich an den vorgegebenen Plan halten und nicht
so voreilig lernen. Durch Zufall kam ich dann im Gespräch mit dem Vater eines
Hochbegabten Kindes zu der Adresse von Herrn Andreas Maislinger. Ich setzte mich mit ihm in Verbindung und wir wurden zu
einem Treffen mit mehreren hochbegabten Kindern eingeladen. Unsere Tochter fühlte sich dort sehr wohl und ging richtig
auf. Zuhause umarmte sie mich und bedankte sich bei mir, dass ich
mit ihr dort gewesen bin. Die Kinder in dieser Gruppe sagten nicht, sie lüge oder sei
komisch. Sie war einfach eines von vielen. Leider bekamen wir von schulischer Seite keine
Unterstützung. Auf Grund guter Ratschläge von anderen Eltern hochbegabter
Kinder wussten mein Mann und ich besser mit ihr umzugehen. Sie fühlte sich
seither wohler, weil ja zumindest wir sie verstehen. Sie liebt unsere Besuche in der Bücherei und liest sehr
gerne. Mit Kindern im selben Alter wird sie schnell ungeduldig und
kommt dann meist verärgert wieder zu mir und beklagt sich darüber, dass sie
niemand versteht. Doch auch diese Sorge ist mit viel Liebe und
Einfühlungsvermögen überbrückbar. Kinder wie Rebekka brauchen einfach in gewissem Maße mehr
Aufmerksamkeit und hinterfragen alles. Schulisch hat sie eigentlich nur dann Probleme, wenn ihr die
Vorgaben zu leicht sind. Sie verkompliziert dann Aufgaben weil sie, für sie
unnötige Schritte auslässt, oder damit nichts anzufangen weis. Es erfordert
unsererseits immer viel Geduld. Emotional ist Rebekka sehr sensibel und bekommt vor
bestimmten Situationen Angst. Sie denkt immer einen Schritt weiter und ist sich ihrer
Gefühle oft nicht im klaren. An diesem Punkt wünschen wir uns den Erfahrungsaustausch mit
anderen Eltern von hochbegabten Kindern. Zu hören, wie andere mit dieser Thematik umgehen, kann
sicher unseren begabten Kindern helfen.
Brigitte S. b.santner@telfs.com
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