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Am 13.2.1995 geboren, 1. Krabbelversuche
mit 4 1/2 Monaten, auf 4 Pfoten unterwegs (ganz bilderbuchmäßig)
mit 5 Monaten, 1. Laufversuche mit ca. 10 Monaten, mit 10 1/2
Monaten auf und davon, seitdem sehr selten stehen geblieben und
selten hergefallen.
Lieblingsbeschäftigung mit ca. 3 Monaten: Donald Duck und
Micky Maus Heftchen gucken, aber nicht öfter als zweimal
das gleiche hintereinander. Übliche Beschäftigungs-
therapie: viel Besuch, viel unterweg, Erzählungen im Erwachsenenniveau,
da ansonsten schwer beleidigt, war eigentlich nie wirklich ein
Baby.
An Schlaf war eher selten zu denken, so lange es hell war, im
Winter recht praktisch - lange finster, langer Schlaf, im Sommer
eher erschöpfend - früh auf, spät im Bett.
Zu sprechen begann er eher spät und sehr langsam, war aber
bereits mit ca. 1 1/4 Jahren in der 1. Trotzphase, die wir bis
jetzt noch nicht wirklich verlassen haben. Zwischendurch hat
er mich an den Film "Nummer 5 lebt" erinnert, ständiger
Input, aber wenig Output.
1. Worte sehr spät, ca. mit 1 1/2 Jahren: Wawa (Hund), Gaga
(Auto), eher schwer verständlich. Seine Lieblingsserie im
TV (konnte zwischendurch nicht anders, welche Erholung): "Thomas
the tank engine and friends", aber im englischen Original.
Ist bis heute so geblieben, auf Deutsch versteht er absolut kein
bißchen von der Handlung, auf Englisch spielte er sie recht
gerne nach.
Mit ca. 2 Jahren das 1. klar verständliche Wort (Scheiße),
von da an recht rapide Entwicklung im Wortschatz und in der Grammatik,
schwierig ist es da, der Geschwindigkeit seiner Worte zu folgen.
Von seiner Phantasie und Auffassungsgabe bemerkenswert, kann
oft komplizierte Gedankengänge nachvollziehen und in eigene
Worte fassen. Gedächtnis: erschreckend.
Meine Schwiegereltern besitzen einen Wohnwagen an einem schnuckeligen
Teich, so mit ca. 1 1/2 Jahren spielte ich mit meinem Mann Federball,
ohne irgendwelche Erklärungen, ziemlich genau 1 Jahr später
sprang mein Sohn aufgeregt auf und nieder und brüllte Ballfeder,
Ballfeder, der Zeigefinger deutete unter einen Strauch und da
entdeckte auch ich den Federball.
Mit knapp 3 Jahren kam Raven in eine Montessori-Kindergruppe.
Im Prinzip recht gut, aber zu wenig Aufmerksamkeit und Regeln
für meinen Wildfang, er versuchte sämtliche Vorteile
der Kigru nach Haus zu transferieren.
So richtig zu leben begann ich erst wieder, als er im September
1998 in den Kindergarten kam. Es ist ein kleiner Landkindergarten
mit 2 Betreuerinnen (1x nett, 1x streng) und plötzlich wurde
mein Kind beschäftigt, fügte sich in 1 Gruppe ein,
schloß recht bald Freundschaft mit all jenen Kindern, die
das Jahr darauf in die Schule kamen.
Obwohl die Betreuerinnen am Anfang Befürchtungen hatten
(z.B. Sauberkeit, war aber schon mit 2 1/2 Jahren ganz von selbst
gegangen; Trennungsschmerz, zu jung, noch nicht reif...), kam
aber bald die positive Rückmeldung, daß er sich wunderbar
in die Gruppe, bis auf einige Disziplinsachen (ruhig sitzen...),
einfüge und man ihm Dinge besser, schneller erklären
könne, als so manch älterem Kind. Nervend sei nur sein
ständiges Grenzenausloten. Raven findet sehr leicht die
wunden Punkte eines jeden Menschen und reizt genau an dieser
Stelle immer wieder. Endlich hat er jemanden, dem er hemmungslos
Löcher in den Bauch fragen kann und beim letzten Elternsprechtag
merkte man den Betreuerinnen doch auch die Anstrengungen an.
Ich kann nicht wirklich sagen
in welche Richtungen die Interessen meines Sohnes gehen und wie
viel er nun wirklich weiß oder nicht, da er sehr wenig
wieder gibt. Ich merke nur eine große Langeweile, sobald
es darum geht ein Spiel, das erfolgreich abgeschlossen wurde,
nochmal zu wiederholen. Vor ein paar Wochen habe ich so nebenbei
seinen Namen buchstabiert, einige Zeit später hörte
ich nur zufällig wie er sich bei jemanden auf folgendeweise
vorstellte: "Ich heiße R-A-V-E-N, Raven"
Vor 2 Monaten hat er mit Kung-Fu
angefangen, dafür begeistert er sich, da er hier endlich
auf spielerische Art Disziplin, eher Beruhigung seiner Gedanken,
erlebt udn sich gleichzeitig körperlich austoben kann.
Jetzt wo ich so im Schreiben
bin, fällt mir immer mehr ein, die chronologische Reihenfolge
fällt schwer. Wichtig für mich ist, dass ich kein Wunderkind
großziehen möchte, das ich überall vorzeigen
kann, wie ein Zirkuspferd, sondern das ich die Begabung(en) meines
Kindes finde, damit er endlich nicht mehr so unterfordert ist,
wie er mir sehr oft vorkommt.
Petra Adam, Sirnitz, 25. Oktober
1999
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