Elternberichte


Patrick Frey, 13.3.1997

Patrick erblickte am 13.3.1997 im Krankenhaus Schärding das Licht der Welt.
Mit ca. 5 Monaten bekam er Neurodermitis, die wir Gott sei Dank sehr gut in den Griff bekamen. Mit ca. 7 Monaten sprach Patrick die ersten Wörter wie Tasse, Katze, Oma Opa ... Mama und Papa bereits mit ca. 6 Monaten. Laufen konnte er mit genau 15 Monaten, wobei er vorher jedoch nicht gekrabbelt ist. Ab dem Alter von ca. 10 Monaten zählten wir beim Stiegen steigen immer unbewusst und nur zum Spaß die Stufen mit und so glaube ich, wurde auch sein Interesse für Zahlen geweckt. Das erste Mal so richtig aufmerksam wurden wir als mein Sohn im Krankenhaus wegen Sarmonellenvergiftung lag und er während der Visite in einem Steckwürfel die verschiedensten Dinge auf Anhieb richtig reinsteckte, und die Ärzte es überhaupt nicht glauben konnten (knapp 1 1/2 jährig). Aber da dachten wir an einen Zufall. In diesem Alter kannte er bereits sämtliche Farben und wusste bei den Jolly-Farbstiften, wenn man irgendeinen herausnahm auf Anhieb die Zahl, die am Farbstift steht, ohne diese zu sehen. Kurz darauf wollte er die Automarken sämtlicher Autos wissen, die er auch bald darauf auswendig konnte, und es für ihn ein absolutes Lieblingsspiel war sofort, wenn ein Auto vorbeifuhr, die Automarke zu nennen. In diesem Alter liebte es Patrick wenn man ihm am Wickeltisch die verschiedensten Zahlen in 1 x 1-Art erzählte (er nannte die Zahl und mein Mann oder ich mussten rechnen). Das ging bis in die Hunderterzahlen. Danach kam das Lesen der Autonummer und die Buchstaben.
Auch Musik ist für ihn ein absolutes Muss. Ganz egal ob Volksmusik, Klassik oder Modern. Auch das Vorsingen von Liedern mag er schon seit dem Babyalter (besonders mehrstimmig) und vor allem aus einem Liederbuch, wo er die Seitenzahl aufschlagen kann.
Spazieren gehen und Hausnummern schauen war eine seiner nächsten Lieblingsbeschäftigungen. Der Taschenrechner ist ein täglicher Spielbegleiter.
Sprachlich gesehen konnte man ihm ab dem Zeitpunkt des Sprechen Lernens eigentlich sehr gut verstehen, und er hatte nie die sogenannte "Babysprache".
Seit dem mein Sohn ca. 2 Jahre ist, beschäftigt er sich sehr gerne mit dem Computer. Am Anfang schrieb er Zahlen, dann Buchstaben und zur Zeit hat er eine CD-Rom namens Pingu die verschiedene Lern- und Geschicklichkeitspiele enthält.
Auch hat sich Patrick von kleinauf sehr gerne Bücher angeschaut und vorlesen lassen. Zur Zeit möchte er jedoch immer selbst vorlesen. (Das gelingt ihm auch bis auf schwierigere und längere Wörter schon ganz gut.)

Patrick hat, seit dem er Sprechen kann, eine große Gabe sich Dinge zu merken, die er auch wenn er sie nur 1 x hört, nach einem längeren Zeitraum Wortgetreu wiederholen kann. Vorwegs sind dies Telefonnummern, Autonummern, Hausnummern, Texte von ganzen Büchern, Reime usw.

Vom spielerischen her ist er kein "typischer" Junge. Autos interessieren ihn nicht besonders. Dreiradler, Traktor und Roller schiebt er viel lieber als das er sie fährt.
Seine Lieblingsspiele sind zur Zeit CD-hören, Eisenbahn bauen, Kataloge anschauen (Preise und Seitenzahlen), Bücher vorlesen, Computer spielen, Rechnen, Kaufmann spielen, ev. Puzzle, aber auch sämtliche Lernspiele mag er sehr z. B. Verkehrsdomino. Dieses hat er sooft gespielt, bis er sämtliche Verkehrszeichen konnte und nun erklärt er mir immer auf der Straße die verschiedensten Verkehrszeichen.
"Normale" Spiele oder basteln mag er nicht besonders.
Seit ca. 2 Wochen geht er auch gerne zu den Nachbarkindern. Sein allerbester Freund ist sein Stoffhase Egon, den er mit 2 Monaten bekam und den er überall mithinnimmt.

Mein Sohn ist ein furchtbarer Dickkopf und tut nur das wozu er gerade Lust hat. Wenn er etwas machen soll das er nicht will oder er bekommt etwas nicht, schmeißt er sich auf der Stelle hin und beginnt zu toben. (Das kann bis zu einer halben Stunde dauern.)
Auch kommt es öfter vor, dass er ohne vorherigen Grund einfach auf mich einhaut.

Geduld ist absolut nicht seine Stärke. Wenn etwas nicht sofort so funktioniert, wie er es möchte, kann er sehr jähzornig werden. Er zerstört Gebautes, hämmert in die PC-Tastatur...

Uns fasziniert auch immer wieder, dass er nie um eine Antwort verlegen ist. Neulich malte er (was eher selten ist) für mich ein Bild. Es sollte eine Sonne werden. Die Farbe dazu war grün. Ich fragte ihn daraufhin wieso er nicht gelb nimmt, wie die Sonne ja tatsächlich ist. Da sagte er zu mir: "Weißt du Mami, die hat heute ein grüngestreiftes Kleid an und da sieht man das Gelb nicht". Oder gestern wollten wir Kastanien sammeln gehen und ich sagte: "Wo werden wir denn welche finden" (ich meinte natürlich Plätze, wo Kastanienbäume stehen), er darauf sofort: "Auf einem Baum Mami".

Als Kind gesamt gesehen, ist er ein total lieber Junge, sehr sensibel und eher anstrengend in dem Sinne, dass er sich bis ca. 2 1/2 Jahren nicht alleine gespielt hat und immer irgend jemand gebraucht hat. Je älter er wird desto mehr beschäftigt er sich mit sich selbst. Er ist ein eher ängstlicher Typ d.h. er braucht sehr lange, bis er etwas macht z. B. rutschen, klettern, ins Wasser gehen (meine Eltern haben ein Swimmingpool). Aber wenn er merkt, es kann eigentlich nichts passieren, oder es ist jemand da, dem er 100 %ig vertrauen kann, dann ist er aber auch nicht mehr zu bremsen und probiert alles.

Die motorische Seite ist nach Meinung der Kindergärtner eventuell ein bisschen rückständig, da er nicht auf einen Fuß stehen kann ohne sich anzuhalten (hiezu muss ich jedoch festhalten, dass ich das ebenfalls nur ein paar Sekunden kann). Weiters meinte sie, dass er im sozialen Verhalten große Lücken aufweist, sprich er spielt nicht mit anderen Kindern, möchte nichts teilen. Dies erkläre ich mir so, dass er bis vor 5 Wochen, wo wir ins neue Haus umgezogen sind, keine Kinder in der Nähe hatte und deshalb nur unter Erwachsenen aufgewachsen ist.
Ansonsten denk ich mir ist er ganz "normal". Er springt, hüpft, läuft und klettert genauso gern wie die anderen Kinder.
Patrick ist immer unterwegs, still sitzen das liegt ihm nicht. Oft scheint es auch so als wäre er in Gedanken ganz wo anders und man muss Patrick 5 x fragen bis eine Antwort folgt.

Mein Sohn stellt sich sehr gerne in den Mittelpunkt. Dies äußert sich so, dass er sich vor fremden oder auch bekannten Erwachsenen hinsteht und z. B. die umliegenden Hausnummern oder Autokennzeichen vorliest usw. und je mehr man ihn lobt und sagt das gibt es nicht, desto mehr ist er in seinem Element.

Patrick ist ein absolutes Wunschkind und mein Mann und ich freuen uns total über seine Begabung. Gleichzeitig macht es vor allem mir auch ein bisschen Angst, weil man von verschiedenen Seiten stark verunsichert wird (er wird sich in der Schule langweilen, die armen Lehrer, ihr müsst ihn unbedingt bremsen).

Michaela Frey
Schnelldorf 42
4975 Suben


 Aktuell vom 6.11.2000

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