| Lea Berger, 9/95 |
Lea wurde am 23.09.1995 in Lienz geboren. Sie war von Geburt an ein
sehr neugieriges und aufgewecktes Kind. Lea schlief wenig und brauchte
auch offensichtlich wenig Schlaf, und ich fragte mich oft:"Woher nimmt sie
diese Energie?" Mit ca. 11 Monaten begann sie schon gezielt "Mama" und
"Papa" zu sagen und auch schon einige Tiere und Gegenstände mit Namen zu
nennen. Mit ca. 2 Jahren konnte man sich schon sehr gut mit ihr unterhalten,
was wir als sehr positiv empfanden.Dann begann ihr Interesse für Buchstaben
und Wörter, und ehe wir uns versahen konnte sie alle Buchstaben und in der
Folge ( mit ca. dreieinhalb Jahren ) lesen. Dieses Interesse setzte sich
fort, und so ging sie das Schreiben sowie die Zahlen und das Rechnen an. Sie
war jedoch immer eher zurückhaltend mit ihrem Wissen,und auch sonst ein eher
ängstlicher Typ.Ihre Lieblingsbeschäftigungen waren damals schon Zeichnen und
Märchen. Für uns war das alles nichts Besonderes. Wir akzeptierten ihr
Interesse und beantworteten ( und beantworten auch heute noch ) ihre zum Teil
sehr aussergewöhnlichen Fragen. Eine spezielle Förderung wurde von uns ( wie
wir nun meinen leider )nicht durchgeführt. Sie kam dann in den
Kindergarten, wo zum ersten Mal der Verdacht geäussert wurde, unsere Lea sei
hochbegabt. Diese Kindergartentante ging dann leider in Karenz. Mit Fortdauer
des Kindergartenbesuches fingen dann die Probleme an, vor allem als wir
äusserten, dass wir Lea aufgrund ihrer Begabungen vorzeitig einschulen
wollen. Die Tante meinte Lea sei frech, aufmüpfig, mache nicht
mit, widerspreche, gliedere sich nicht ein und weine sehr viel. Daraus wurde
auf psychische Problem und ein emotionales Defizit geschlossen.Professionelle
Hilfe wurde uns nahegelegt. Zu Hause hatten wir ausser den "üblichen"
Erziehungssorgen ( will länger aufbleiben etc. ) keine Probleme.Das einzige
was uns störte war ihre doch ausgeprägte Ängstlichkeit. Nunmehr wollten
wir Lea einschulen. Wir suchten frühzeitig den Kontakt zur Schule. Anfänglich
verlief alles zu unserer Zufriedenheit - wir hatten durchaus den
Eindruck,dass unser Anliegen ernstgenommen wurde. Nun wurde uns, nach einem
Gespräch zwischen Kindergarten und Schuldirektor, mitgeteilt, man könne eine
vorzeitige Einschulung wegen emotionaler Unreife und nicht näher definierter
Schwächen nicht durchführen. Die Causa ist zur Zeit in Schwebe. Diese
Schwierigkeiten haben uns endlich wachgerüttelt. Wir beschäftigten
uns erstmals gezielt mit der Thematik. Seither haben wir den Eindruck als ob
Lea deutlich zufriedener wäre (vielleicht sind es auch nur wir Eltern ?
).Auch zwischen Lea und ihrem zweijährigem Bruder Sebastian besteht
ein beiderseitig sehr inniges Verhältnis.Abschliessend möchten wir
noch alle Eltern, die glauben ihr Kind sei hochbegabt, ermuntern sich dem
Thema zu stellen und den Kontakt zu anderen in der selben Situation zu
suchen. Elfi und Lois
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