Andreas Maislinger
Probleme der österreichischen Verteidigungspolitik
Dissertation an der Universität Salzburg 1980


Vorbemerkung

Als ich unmittelbar vor der Matura im Mai 1974 den An-
trag auf Wehrdienstverweigerung stellte, hatte ich keiner-
lei Interesse für österreichische Verteidigungspolitik,
wollte ich doch durch meine Entscheidung jeglicher Be-
schäftigung mit dem Bundesheer aus dem Weg gehen. Da
ich einer der ersten war, welche noch vor Inkrafttreten des
Zivildienstgesetzes verweigert hatten, wurde ich immer
wieder nach meinen Gründen gefragt, war doch diese
Möglichkeit sich gegen den Militärdienst zu entscheiden
nur wenig bekannt. Anfänglich glaubte ich eine hinreichende
Antwort in meiner christlichen Motivation zu finden, mit Be-
ginn des Studiums der Politik- und Rechtswissenschaften
mußte die Antwort jedoch zusehends eine differenziertere
sein. Die Kenntnis der Vorstellungen über eine "Soziale Ver-
teidigung" als Alternative zur derzeitigen militärischen Ver-
teidigung schien für einige Jahre als Argumentationshilfe aus-
reichend, bis ich selber nicht mehr damit zufrieden sein
konnte: es mußten konkretere Antworten - oder in diesem
Stadium sicherlich bessere Fragen - gesucht werden. Auch
hatte mich der Verweis auf eine weit in der Zukunft liegende
Utopie der Verantwortung politischer Tätigkeit weitgehend
enthoben. Konkreter konnte meine Arbeit nur werden, wenn
auch die Vorstellungen über eine alternative Verteidigung
konkreter werden. Daher war die Suche nach möglichen
ersten kleinen Schritten vorrangig. Ergebnis dieser Suche
nach den Problemen einer alternativen Verteidigungspolitik
in Österreich ist diese Dissertation, welche hoffentlich in
einer weiteren Untersuchung ihre Fortsetzung findet.
Durch zahlreiche Kontakte war es mir möglich diese Arbeit
zu schreiben: In Norwegen sind es vor allem Arvid Ekrene,
Jon Grepstad, Nils Peter Gleditsch, Marek Thee, Arne
Kielland und Inger Lise Kurseth; in den Niederlanden Hylke
Tromp und K.P. Bloema; in Belgien Gustaaf Geeraerts; in
Schweden Hakon Wiberg, Lennart Bergfeldt; in Dänemark
Jens Thoft; in der Schweiz Friedolin Trüb, Rudolf Epple;
in Großbritannien Adam Roberts; in der Bundesrepublik
Deutschland Theodor Ebert, Lutz Mez und Josef Pokstefl;
in Österreich Anton Pelinka, Karl Wörister, Ernst Schwarcz,
Josef Kodritsch, Martin Rokita u.a. welche mir durch Ge-
spräche, Briefe und der Versorgung mit Unterlagen geholfen
haben. Allen, besonders jedoch den Vertretern des Bundes-
heeres Emil Spannocchi, Heinz Vetschera, Wolfgang
Schneider, Karl Semlitsch u.a. möchte ich sehr herzlich für
Ihre Hilfe und Gesprächsbereitschaft danken.

St. Georgen an der Salzach, den 16. Mai 1980