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Die Presse, 9. August
2004 Niederösterreich: Mistbeete für Priester Gudula Walterskirchen (Die Presse) 09.08.2004 Ein Forschungsprojekt nähert sich dem Thema Priesternachwuchs und Berufung. WIEN. Warum bringen manche Pfarren überdurchschnittlich viele Priester hervor und manche keinen einzigen? Dieser Frage geht der Innsbrucker Politikwissenschaftler Andreas Maislinger seit einiger Zeit intensiv und nach wissenschaftlichen Methoden nach. Er will den Fokus beim Thema Priesterberufungen auf Gelungenes richten und setzt damit einen Kontrapunkt zur derzeitigen öffentlichen Wahrnehmung. Maislinger stellte eine Liste von sogenannten "Priester-Mistbeeten" zusammen: Er erhob in den vergangenen zwei Jahren jene Pfarrgemeinden im deutschsprachigen Raum, die besonders viele Priester hervorbringen. Als Kriterium gilt einerseits ein Zahlenschlüssel: pro 500 Katholiken muss es einen aktiven Priester geben. Andererseits müssen im Verlauf des 20. Jahrhunderts aus der Gemeinde mindestens zehn Priester hervorgegangen sein. Zu einem "Priester-Mistbeet" gehört laut Maislinger eine "Atmosphäre lebendiger Religiosität und gelebten Glaubens". In diesen Gemeinden würden junge Leute, die erwägen, einen geistlichen Beruf zu ergreifen, nicht Kopfschütteln ernten, sondern dies werde als normal angesehen. Wichtig sei auch das Vorbild von Geistlichen in der Gemeinde und das Vorhandensein von "katholischen Familien". Diese Bedingungen fand Maislinger vor allem in ländlichen Regionen, aber auch in Stadtpfarren, wie etwa in der Pfarre St. Cyrakus im deutschen Bottrop. Beispiele aus Österreich sind etwa das burgenländische Illmitz, Hopfgarten im Brixental (Erzdiözese Salzburg), Gaubitsch (Erzdiözese Wien) und Gnas (Diözese Graz-Seckau). Die meisten Biotope fand Maislinger in den Diözesen Graz und Salzburg. Zur Frage der "Priester-Mistbeete" findet vom 7. bis 10. Oktober 2004 ein Symposion in St. Georgen bei Salzburg statt. Dabei geht es auch um die persönlichen Erfahrungen bei der Berufung. Prominentester Referent bei dem Symposion ist Salzburgs Erzbischof Alois Kothgasser. |
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