Salzburg.ORF.at, 19. Juli 2004

SYMPOSION - Dem Priesternachwuchs auf der Spur

Bei einem Symposion in St. Georgen (Flachgau) soll im Herbst das Image
des Priesterstandes aufpoliert werden. Ein Salzburger Politikwissenschafter will dabei der Frage nachgehen, warum aus einzelnen Gemeinden besonders viel Priesternachwuchs kommt.

Was macht ein "Priester-Mistbeet" aus?
"Priester-Mistbeete" nennt Andreas Maislinger sein Forschungsprojekt und das Thema für das zweite Georg-Rendl-Symposion im Herbst in St. Georgen: "Es ist der Begriff, der in der Katholischen Kirche immer wieder für Pfarrgemeinden genannt wird, die viele Priester hervorgebracht haben. Die Berufung muss eingepflanzt und gehegt werden - wie in einem Mistbeet."

Seine Heimatgemeinde St. Georgen, Tamsweg (Lungau) oder Großarl (Pongau) sind für Maislinger Salzburger Beispiele, die im 20.Jahrhundert mehr als zehn Priester hervorgebracht haben.

"Bereitschaft, Priester hervorzubringen"
Der persönliche Kontakt mit Priestern sei in solchen Gemeinden leicht möglich, sagt der Politikwissenschafter: "Was ich höre, dass in diesen Gemeinden viel für Priesterberufungen gebetet wird. Das heißt, es gibt in diesen Gemeinden eine gewissen Bereitschaft, Priester hervorzubringen - das ist das Entscheidende."

Anreiz des sozialen Aufstiegs fällt weg
Die Änderungen der gesellschaftlichen Bedingungen lässt Maislinger nicht außer Acht: "Vor einigen Jahrzehnten war der Priesterberuf mit Aufstieg verbunden und oft war das die einzige Möglichkeit für einen aufgeweckten Buben, eine höhere Bildung zu bekommen. Das ist weggefallen. Jetzt muss man andere Antworten finden, die aber bis jetzt kaum gefunden worden sind."

Diese Frage habe sich die katholische Kirche bislang auch gar nicht
gestellt, ergänzt Meislinger. Sein Forschungsprojekt umfasst Gemeinden
im gesamten deutschen Sprachraum.



 
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