Kirche bunt, 29. August 2004
Symposion über Pfarren mit vielen Priesterberufungen
Warum bringen manche Pfarren überdurchschnittlich viele Priester
hervor, andere wiederum keinen einzigen? Dieser Frage wird vom 7. bis
10. Oktober 2004 ein Symposion in St. Georgen bei Salzburg nachgehen,
zu dem auch die Pfarren Konradsheim, Purgstall und Ybbsitz aus der Diözese
St. Pölten eingeladen wurden.
Die zu Grunde liegende Initiative geht auf den Innsbrucker Politikwissenschaftler
Andreas Maislinger zurück, der sich seit einiger Zeit intensiv
mit der Frage nach sogenanten „Priester-Mistbeeten“ auseinander
setzt. Maislingers Anliegen ist es, den Fokus beim Thema Priesterberufungen
auf Positives und Gelungenes zu richten. Die „durchaus existierenden
Erfolgsmodelle“ seinen noch nie untersucht worden. Als „Priester-Mistbeete“
sieht er Pfarren, die über einen längeren Zeitraum ein „Nährboden“
für Berufungen gewesen sind. Im 20. Jahrhundert müssen mindestens
zehn Priester aus der Gemeinde hervorgegangen sein. Zu einem fruchtbaren
Boden würden etwa eine „Atmosphäre lebendiger Religiosität
und gelebten Glaubens“ und das Vorbild von Geistlichen in der
Gemeinde gehören, beschreibt Maislinger die „Priester-Mistbeete“
genauer.
Berufung und Nachfolge
Unter den Referenten beim Symposion befindet sich unter anderen auch
der Salzburger Erzbischof Alois Kothgasser. Der Bischof stammt selbst
aus einem „Priester-Mistbeet“, aus St. Stefan im Rosental,
das mit zwölf lebenden Priestern zu den Spitzenreitern zählt.
Kothgasser leitet in der Österreichischen Bischofskonferenz das
Referat Priesterseminare. Der Erzbischof wird am Freitag, dem 8. Oktober
im Rahmen des Symposions zum Thema „Mein Weg in die Nachfolge
Jesu“ sprechen. Der Samstag, der 9. Oktober, wird der historischen
Dimension der „Berufung“ gewidmet sein. Dabei wird unter
der Leitung von Dr. Thomas Aigner (Direktor des Diözesanarchives
St. Pölten) erörtert, was dieser Begriff in den vergangenen
Epochen bedeutet hat und wodurch er beeinflusst wurde.